01.
Februar
2007
DER ATEM DES AUGENBLICKS
Am Freitag Nachmittag ein weitres Benefizkonzert der Reihe “Musik im öffentlichen Raum” – im Ortsamt Loschwitz, das über ein für Kammermusikalisches hervorragend geeignetes Foyer verfügt, und dank der Benefizkonzerte auch über einen wieder spielbaren, frisch restaurierten Flügel.
Wer es zu so früher Stunde schaffen kann, dem lege ich ans Herz, sein Wochenende mit dieser musikalischen Expedition zu beginnen: Frank-Dieter Riedig (an diversen Holzblasinstrumenten) und Friedemann Stolte (am Flügel und Percussion) improvisieren…
MUSIK IM ÖFFENTLICHEN RAUM
13. Benefizkonzert im Ortsamt Loschwitz
DER ATEM DES AUGENBLICKS
EINE MUSIKALISCHE EXPEDITION
IN NAHE UND FERNE WELTEN
Freitag, den 2. Februar 2007 um 17.00 Uhr
Jenseits aller Einordnungen in klassische, moderne oder Weltmusik werden Frank-Dieter Riedig und Friedemann Stolte aus dem Augenblick heraus eine musikalische Reise antreten.
Mit verschiedenen Flöten, der Klarinette und ähnlichen Instrumenten aus unterschiedlichen Regionen der Erde lädt Frank-Dieter Riedig die Zuhörer ein zu einer Expedition in ebenso unterschiedliche Klangwelten. Denen stellt sich Friedemann Stolte mit den Möglichkeiten des Flügels und einiger Perkussionsinstrumente als Dialogpartner gegenüber.
Beide spielen hier nichts Notiertes, sondern die Musik entsteht im Moment in einer Wechselbeziehung zueinander, zum Raum und zum Publikum.
Es wird in diesem Konzert zu einer Unterhaltung mit Hilfe der Instrumente kommen – auf einer Ebene, die für Worte unerreichbar bleibt.
1. Februar 2007, 13:27
31.
Januar
2007
Obliando oder Die Kunst des Vergessens
Ach nein, so weit ist es noch nicht gekommen, dass ich meine Vergesslichkeit zur Kunst erklären wollte. Sich zu vergessen, sich in Gedanken zu verlieren, das ist schon eher eine Kunst in diesen Zeiten ohne Zeit.
Einem Tsunami gleich überrollen uns Informationen, jeden Tag und jede Stunde. Englisch ‘information’ kehrt aus Vernunft den Plural untern Tisch und lässt das Zählen sein. Digitale Speichermedien suggerieren, dass verlustfrei alles und für alle Ewigkeit gespeichert werden könne. Dabei ist die Halbwertszeit der neuen Speichermedien lachhaft im Vergleich zum guten alten Buch. Und leichter zu bedienen ist das Buch auch. Aber die durchaus interessante Frage nach dem Umgang mit all der digital gespeicherten Information, hinsichtlich Zugriff und Erhalt, interessiert mich weniger.
Was wird aus einer Kultur, die sich beständig konserviert? Was macht es mit einem Künstler, dieses Gefühl, alles sei schon dagewesen? Es hat manchem Lethargie beschert, des Rettung vielleicht ein Bad gewesen wäre, im Fluss Lethe, dem Fluss des Vergessens. Oder frische Luft, bei einem Gang hinaus, unter klarem Sternenhimmel oder bei düstrem Wolkendräuen. Hintergründig Konstruktionen aus Zitaten bilden und in wildem Eifer neue Formen suchen, ist das der Weg zu neuer Kunst? Führt der Weg in das Schlaraffenland, wo die Ideen nur so zugeflogen kommen, führt er ausschließlich durch den Griesbreiberg vergangener Jahrhunderte, muss man sich wirklich erst durch alles dies hindurchgefressen haben, bevor man den eigenen Ideen trauen darf?
Meine kurze Antwort: Jein. Und auch dies liegt noch daneben. Ich such mein Heil im Schreiben, eine Kurzgeschichte wächst, und der Titel steht nicht fest, jedoch schon drüber, “Obliando oder Die Kunst des Vergessens”. Irgendwann erlieg ich der Versuchung und ich such danach im Web. Und werde fündig, ja, na klar. Ist alles schon mal dagewesen. Und nun liegen da drei Bücher, und mit Harald Weinrich werde ich beginnen, in freudiger Erwartung, “Lethe – Kunst und Kritik des Vergessens”.
31. Januar 2007, 20:52
23.
Januar
2007
kanthölzerne erkenntnis
als verkannte provokanten
provozierten alte tanten
sie sich hoffnungslos verrannten
weil sie keine ziele kannten
23. Januar 2007, 08:28
21.
Januar
2007
ungestempelt
ach, gebt mir keinen stempel
sagt mir nicht, was ich bin
nehmt alles, was mich ausmacht
doch bitte einfach hin
der eine sucht die schübe
die ihn im leben treiben
der andre will viel lieber
in ladens schüben bleiben
wird glücklich und zufrieden
mit den schablonen alt
den einen aber lassen
schubladenfragen kalt
ich weiß, dass ich ein träumer
und immer suchend bin
doch gibt die stete unruh
erst meinem leben sinn
so gebt mir keinen stempel
sagt mir nicht, was ich bin
nehmt alles, was mich ausmacht
doch bitte einfach hin
21. Januar 2007, 09:05
19.
Januar
2007
ein einzger sturm
die wetter sind aus andrem holz
sie brechen tumben technikstolz
kaum dass nur ihre winde wehen
bleibt unsre stolze technik stehen
19. Januar 2007, 09:03



