Nicht ganz dicht; immer versucht, Verse zu suchen. Nie ganz dicht, was dabei entsteht… »
27.
November
2007
fettnapf-ode
ein fettnapf hier, ein fettnapf da
und zwischendurch schnell ein fauxpas
das ist, zu hadern ganz vergebens
der rote faden seines lebens
er kann sich drehen, kann sich winden
der nächste fettnapf wird ihn finden
minenfelder aus fauxpas sind sein fettnapf-reservoir
und so manches lebensglück wird ihm bald zum stolperstrick
sobald er über jemand lachte
war der, des er sich lustig machte
wie in der mär von has’ und igel
schon lang, da geb ich brief und siegel
dicht hinter ihm, und gar nicht heiter
doch er, er lästert munter weiter
minenfelder aus fauxpas…
da kann er reden oder schweigen
ein jedes wort wird sich so neigen
das es ihm zum fauxpas gerät
zum fettnapf kommt er nie zu spät
ja, selbst das noch nicht mal gedachte
ihm seinen nächsten fettnapf brachte
minenfelder aus fauxpas…
(Es gibt Tage, an denen kann man tun und lassen, reden oder schweigen, immer ists verkehrt, nämlich ins Gegenteil…)
27. November 2007, 08:44
25.
November
2007
unbeschriebnes blatt
unbeschriebnes blatt, du neue seite
meines lebens, die mir anvertraut
die mich immer wieder ruft, beschreite
neuland, bis ein neuer morgen graut
unbeschriebnes blatt, das du mein leben
füllst, da du mich leere füllen heißt
wo sich traum und wirklichkeit verweben
wo das glück mir neue wunden reißt
unbeschriebnes blatt, du helle seite
weiß und unberührt wie neuer schnee
laufe wilden schritts in deine weite
atemlos rund um den tränensee
25. November 2007, 12:36
22.
Oktober
2007
November übt schon
Der Himmel drückend tief, Oktoberluft vernebelt, in kalten, langen Fäden rinnt November, und erster Frost verwandelt dieses Nass in einen dünnen Panzer Eises. An solch einem Morgen blieb ich wirklich besser in den Federn. Jetzt einen Apfelstrudel mit Rosinen, und dann einen Tag lang nichts als… Singen.
22. Oktober 2007, 09:00
22.
September
2007
tag-T-raum
Er holt mich ein, immer wieder, besonders an so wilden Abenden wie jetzt, da sich die Nächte über schneidend klares Herbstlicht legen. Ich brause meinem Noch-Domizil entgegen, längs der Elbe, die quer zerfurcht vom Abendwind sich in der Dämmerung bedrohlich zeigt. Mein Kopf ist zum Zerspringen angefüllt, ein Knäuel roter Fäden, die sich mal wieder nicht entwirren wollen, das Spannseil meiner Seele scheint zerfasert, ich kann mich nicht entscheiden, und folge allen Wegen parallel, ein Kopfspagat, gottlob habe ich einen dicken Schädel. Und dann seh ich dieses Bild von einer Brücke, die sich atemraubend spannt und doch nicht Anfang und nicht Ende hat, ein schwebendes Fragment, ein Regenbogen aus Beton, die Enden unerreichbar. Ich fühle, dass dies meine Brücke ist, noch unvollendet, wie so vieles, für das mir einfach Muße fehlt. Auf der Brücke braust ein Zug, die Türen zu, kein Trittbrett ist zu sehen, stromlinienförmig saust er, und ich kann ihn schneller fahren lassen, nur Bremsen ist nicht möglich; es gibt keinen Halt. Dieses Bild ist mehr Gedanke denn ein Traum; ich bin ihm nicht ausgesetzt. Und doch sehe ich es wiederkehrend. Und wundre mich, dass mich gerade dieses Bild ganz ruhig werden lässt, die roten Fäden mir entwirrt und Ordnung in das Chaos bringt.
22. September 2007, 10:41
25.
August
2007
Firenze
Selbst im Getümmel Abertausender gehst Du nicht unter
Und Du erliegst den dröhnend lauten Blechlawinen nicht
Bist den Fassadensehern die erwartete Kulisse
Dahinter schimmert leise hörbar alter Zeiten Licht
In deren Größe alle hemmungslosen Blitzgewitter
Sich als vergebliche Sekundenlichter ganz verlieren
Wer sehen kann und hören, wer das Weinen nicht verlernte
Der wird in Deinen dunkelsten Gewölben niemals frieren
Selbst den betonzernarbten Vorstadtfluten Richtung Pisa
Gibst Du mit Deinen grünen Hügeln einen sanften Rahmen
Birgst wildes Dachgewimmel unter Deiner Kuppel Schweben
Du Blühende, Dich lassend ruf ich sehnend Deinen Namen
Firenze
25. August 2007, 12:28



