Nicht ganz dicht; immer versucht, Verse zu suchen. Nie ganz dicht, was dabei entsteht… »
16.
August
2007
Sommerloch
Leise, am Beginn ganz leise hebt Regen an im Laub zu rascheln, kaum merklich wächst das Rauschen in den Blättern, bis schließlich aus der Sickergrube Plätschern blechern durch die Regenrohre hallt wie fernes Trommeln. Es ist ein Morgen, dem ich gute Nacht zurufen wollte, aus meinem Sommerloch heraus, in das ich mich gegraben habe, im Treibsand meiner Hast. Phlox leuchtet fahl aus trübem Dunkel unter tiefen Wolken, säumt meinen Weg der Flucht vorm Muss, der mich beinah gefallen sah. Und so im Stolpern innehaltend Gefallen an der Muße wiederfinden ließ. Ich mache mirs im Sommerloch bequem. Die regenreine Luft, das leise Rauschen, das tropfensatte Blattwerk öffnen meine Augen, und zwei kristallen grüne Lichter leuchten mir zu Dir: nach Haus.
16. August 2007, 17:02
16.
Juli
2007
Sommertag
Heimkehr auf dem Weg, des jede Richtung mich nach Hause führt. Zwiespalt zwischen Licht und Schatten in sattem Grün des Weinbergs, von ferne Fels, noch grüßend, mit bald in Dunst vergangenen Konturen. Die Vögel schweigen längst, das ausgedarbte Holz der Telegraphenmasten scheint zu knistern, noch hat kein Wölkchen sich am Himmel sammeln können. Als letzter, schwerer Atem vor der Glut des Mittags hebt sich Dunst und löst die klaren Grenzen zwischen Licht und Schatten auf, der Horizont beginnt zu flimmern.
Schwer lastet Sommerwärme, die Gräser stehen starr, kein Lüftchen, das noch Leben ahnen ließe. Ich sehne dunkle Regenwolken, tief über sattem Grün. Dort ziehen die Gedanken ins Land der Träume hin, wo Stund um Stunde weicher Regen fällt und meine Hast und Unruh sich verlieren in glitzernden Brillanten abertausend feiner Tröpfchen in den Spinnennetzen und an der Gräser Spitzen. Ich sehe Regenwürmer die geflutete Behausung fliehen und hör im Blätterwerk das Echo dieses Regens, es riecht nach frischem Gras und nach von Staub befreitem Laub.
Ächzend legt der Tag sich schlafen, noch ist die Dämmrung kaum zu ahnen, und aus der Ferne hallt ein letztes Grollen, ein Regenbogen weist die zarte Ahnung erlösenden Gewitters zurück ins Reich der Träume, und wieder bin ich auf dem Weg, des jede Richtung mich nach Hause führt, nach Haus zu Dir. Die Nacht gibt uns den Sternenhimmel frei, und ganz allmählich ist der Tag vergangen, weicht seine Hitze jener zwischen uns. Ein Tag nur, nur ein Tag, und doch wie einen langen Sommer fern von Dir.
16. Juli 2007, 11:42
20.
Juni
2007
Ohnsinn
Autsch! sagte das Blatt zur Raupe, dafür habe ich dich gefressen! Da lachte die Raupe und biss erneut hinein, bis sie ein kleiner Vogel pickte und flugs ins Jenseits schickte. Der Vogel flog davon. Verflogen war auch bald das Jahr, es gab kein Halten mehr und auch nicht Halt, das Blatt ward schwach und alt, haltlos flog es halt los, ist aufgebrochen, um nicht an Fernweh zu zerbrechen. Von einem Rechen bald zu Baumes Fuß verschlagen, verschlug es ihm die Sprache, so zu den Wurzeln heimgekehrt hat es zu guter Letzt mit einer Träne Tau benetzt geträumt, vom Sommer, bis der Schnee getaut. Droben hat sich der Baum erneut erneut und ausgeschlagen, Blätter über Blätter, und auch darunter. Dazwischen gieriges Gewusel, ein Raupennachfahr nimmt dem anderen die Vorfahrt, und hastig fressend verfahrn sie gleich den Vorfahrn gleich. Flügelschlagen naht, flugs setzt ein Vogel sich mit sehr verschlagnem Blick auf einen Ast, bar jeder Hast, scheinbar, doch – hast du nicht gesehen – pickt er als Nimmersatt die Raupe von dem nächsten Blatt.
Das sollte mir zu denken geben. Aber wie bei Hitze denken? Lass ich mich treiben, treibt das Hirn nur welke Blüten, und das treibt zur Verzweiflung. Treibt es mich? Es treibt mich nicht. Ohn Antrieb ungestrandet Treibholz sein, das wär jetzt gut. Gestrandet? Nein, nur etwas übernommen, Grenzerfahrungen: ich nenn es Leben.
20. Juni 2007, 09:48
07.
Juni
2007
Sonnenmorgen
Die Sonne trinkt den letzten Tau der frühen Stunde, wie eine Glucke setzt sich Sommerwärme auf den Tag, Morgenkühle verkriecht sich im Gebüsch, verschwindet in den Regenwürmerhöhlen, und all das satte, schwere Grün hält ächzend inne. Ein Tag, ein Sommersonnentag beginnt, und meinen Lippen klingen noch die Lieder, die Du mir geküsst. Bis sich die Sonne im Zenit befindet. Dann ist nur noch Sehnen.
7. Juni 2007, 09:15
31.
Mai
2007
lichtschleifchen
dein lächeln nur, und es würd licht
find bloß im flur den schalter nicht
und sehe drum nicht dein gesicht
so seh ich auch dein lächeln nicht
und darum wird es nun nicht licht
und find ich diesen schalter nicht
…
31. Mai 2007, 08:33



