Nicht ganz dicht; immer versucht, Verse zu suchen. Nie ganz dicht, was dabei entsteht… »
30.
Mai
2007
geh
geh du deine wege, geh, und
fahre fort die ankunft nur zu sehnen
höre nicht auf sorgen, die schon morgen
dich an deinem ende wähnen
hör nicht auf zu gehen; zweifel säend
wirst du zweifel wachsen sehen
geh und öffne deine augen, geh, und
bleib nicht vor der türe stehen
30. Mai 2007, 06:00
27.
Mai
2007
frag mente
viel stückwerk sammelt sich im kopf, aus mangel an verstand
verstand ich dies zu einen nicht, verlief das werk im sand
in splittern meiner mosaiken hab ich mich verlaufen
werf meine steine nicht, nicht über, aber auf den haufen
ein lob auf das vergängliche, das ich nicht halten kann
es zieht durch die vergänglichkeit mich fest in seinen bann
es sorgt für wechsel der natur in steter wiederkehr
und gäb es das vergehen nicht wär keine zukunft mehr
naive splitter meines seins und werdens mich begleiten
und will mein kopf mich gegen meinen geist dazu verleiten
das stückwerk festzuhalten und in einen sinn zu binden
so werf ich diesen ballast fort und geh mich selber finden
27. Mai 2007, 08:32
26.
Mai
2007
miss lingen
als ich miss lingen ahnungslos als tochter theos wähnte
und meine schwermut tatenlos in einer ecke lehnte
hab ich noch nicht gewusst, wie schwer es sein kann, loszulassen
hab nicht die kunst gekannt, auch nach miss lingen mut zu fassen
und später glaubt ich gar im auge des orkans zu stehen
bis ich begriff: da war nicht mal ein leiser wind zu sehen
heut bin ich davon nicht geheilt, doch weitestgehend frei
und hoff, dass mein miss lingen eine tochter theos sei
26. Mai 2007, 13:44
24.
Mai
2007
Zweifelsonett
Lass meine Zweifel an der Seele nagen
Und wär es wahr, dass meine Worte leben
Zuweilen sogar manchen Sinn ergeben
Von Zweifeln war ich allezeit getragen
Dass ich und wer ich bin, dank ich den Fragen
Die stetig mir sich durch das Leben weben
Mich gründen, doch von jedem Sockel heben
So sind die Zweifel Antrieb für mein Wagen
Und scheint zuweilen alles mir vergebens
Seh ich auf diese Wurzeln meines Lebens
Begreif, ohn sie wär ich auf grauen Wegen
Und wenn sich selbst zu lieben erst die Kraft
Für andre Liebe zu empfinden schafft
So bin ich liebender Beweis dagegen
24. Mai 2007, 09:23
29.
April
2007
zwischen den zeiten
zwischen den zeiten holte ein windstoß ihm den winter
die saat aus tausend träumen schien verweht
kein körnlein mehr zu sehen
zwischen den zeiten tragen ihn seine träume nicht mehr
auf sand gebaut der weg auf dem er geht
sieht sich am abgrund stehen

noch ahnt er nicht das sonnenlicht auf ausgeblichnem holz
noch wähnt er sich im auge des orkans, von sturm umgeben
noch nagen wilde zweifel ihm an seinem schwachen stolz
noch weiß er nicht um jeder schramme, jeder kerbe leben
29. April 2007, 17:02



