Demokratie - nur echt mit dem Fragezeichen… »
31.
August
2006
Jammern für Deutschland
“Ohrenbetäubendes Schweigen” diagnostiziert Giovanni di Lorenzo in der ZEIT unserer Regierung. Beinahe hätte ich geschrieben “der Regierung”, denn ist es denn noch “unsre”, “meine”? Und wenn Giovanni di Lorenzo der Kanzlerin zuruft, sie müsse nur noch führen wollen, so müsste man all den Empfängern der Diäten ins Stammbuch schreiben oder besser hinter ihre Ohren meißeln: nun fangt endlich einmal an, das Zepter in die Hand zu nehmen, und regiert! Das Volk ist weichgeklopft und trägt mit Fassung, dass zumindest finanziell die Wespentaille wieder Mode wird, Reformen wurden bereits durchgewinkt, die noch vor ein paar Jahren bereits in dem Getöse des ersten Aufschreis augenblicks versunken wären. Aber es beschleicht einen der Eindruck, Reformen würden nur noch angegangen, weil die Situation nach Veränderungen rufen läßt und nicht, weil nachhaltig geändert werden soll. Ginge es nach mir, dann gäb es wieder einen runden Tisch, und systematisch müsste alles auf den Prüfstand, die Dogmen zuerst. Beweislast für die Lobbyisten. Mit Augenmaß und Ruhe, aber konsequent. Auch gänzlich neue Wege ins Kalkül ziehn und Konzepte bauen, die so transparent sind wie die Kuppel unsres Reichtags. Und nicht stattdessen fadenscheinig und so zäh wie Schneckenschleim.
31. August 2006, 07:10
04.
August
2006
Blaue Finger
Dies wird keiner meiner dilettantischen Versuche, Empfundenes in Wort zu fassen. Es ist schlichtweg eine Feststellung: ich kriege immer blaue Finger, wenn ich mal zum Federhalter greife und ein paar Zeilen zu Papier bring. Und noch etwas. Die Rechtschreibreform muss von Menschen auf den Weg gebracht worden sein, die des Schreibens mit Federhalter nicht kundig sind. Okay, das könnte man jetzt auch von mir annehmen, so blau, wie meine Finger sind. Doch schreib mal einer einen Text mit lauter ‘dass’ per Federhalter – elende Stolperei. Das gute, alte ‘ß’ sieht nicht nur eleganter aus, es schreibt sich auch besser. Aber, ich vergaß, ich bin in Deutschland: es geht hier darum, recht zu haben. Und gute Medizin muss bitter sein, natürlich.
4. August 2006, 08:19



