28.
März
2008
veilchen

weißt gestern noch, als das geweb des himmels
dir voller sterne wie ein spinnennetz im tau
erinnerst dich, wie über nacht die wiese
von abertausend veilchen übergossen blau
ausgestanzt und in ein rechteck umverpflanzt
in welch beengt gefäß dein leben dich auch zwängt
ach, wachse in geduld nur noch ein weilchen
hast bald auch du das starre rechteck dir gesprengt
wie über nacht die wiese voller veilchen
28. März 2008, 09:39
06.
Dezember
2007
weihnacht
zwischen funkelnden sternen schimmert silbrig der mond
wo schon immer der mann mit dem mondgesicht wohnt
der versonnen besungen noch im traum uns geklungen
la-le-lu, nur der mann im mond schaut zu…
an der wahrheit zerreißt diese stille idylle
wächst erkenntnis des grauens in hülle und fülle
ach wie weihnachtlich glänzet die adventliche welt
und wie je wird vor weihnacht ein bäumchen gefällt
an den lichtern der kerzen wärmen sich unsre herzen
süßer die glocken nie klingen…
doch die wahrheit zerreißt diese warme idylle
denn da draußen die welt ist ein schrei in der stille
und vom sternengefunkel kriecht kälte herab
weht die weihrauchvernebelte weihnacht ins grab
so sind schmerzen und trost ineinander verwunden
seit geschundene seelen die weihnacht gefunden
6. Dezember 2007, 08:53
27.
November
2007
fettnapf-ode
ein fettnapf hier, ein fettnapf da
und zwischendurch schnell ein fauxpas
das ist, zu hadern ganz vergebens
der rote faden seines lebens
er kann sich drehen, kann sich winden
der nächste fettnapf wird ihn finden
minenfelder aus fauxpas sind sein fettnapf-reservoir
und so manches lebensglück wird ihm bald zum stolperstrick
sobald er über jemand lachte
war der, des er sich lustig machte
wie in der mär von has’ und igel
schon lang, da geb ich brief und siegel
dicht hinter ihm, und gar nicht heiter
doch er, er lästert munter weiter
minenfelder aus fauxpas…
da kann er reden oder schweigen
ein jedes wort wird sich so neigen
das es ihm zum fauxpas gerät
zum fettnapf kommt er nie zu spät
ja, selbst das noch nicht mal gedachte
ihm seinen nächsten fettnapf brachte
minenfelder aus fauxpas…
(Es gibt Tage, an denen kann man tun und lassen, reden oder schweigen, immer ists verkehrt, nämlich ins Gegenteil…)
27. November 2007, 08:44
25.
November
2007
unbeschriebnes blatt
unbeschriebnes blatt, du neue seite
meines lebens, die mir anvertraut
die mich immer wieder ruft, beschreite
neuland, bis ein neuer morgen graut
unbeschriebnes blatt, das du mein leben
füllst, da du mich leere füllen heißt
wo sich traum und wirklichkeit verweben
wo das glück mir neue wunden reißt
unbeschriebnes blatt, du helle seite
weiß und unberührt wie neuer schnee
laufe wilden schritts in deine weite
atemlos rund um den tränensee
25. November 2007, 12:36
24.
Oktober
2007
Nur vierundzwanzig Stunden...
Es gibt Tage, an denen wäre ich besser im Bett geblieben. Heut morgen dacht ich, es würde so einer, wiedereinmal. Bei all dem grauen, kalten Niesel um mich her. Jetzt sieht das schon ganz anders aus. Das Wetter ist natürlich noch dasselbe. Und der Tag hat wiedermal nur vierundzwanzig Stunden. Habe irgendwo gelesen, dass viele Male mehr als früher jetzt statt ‘vielmals’ aus Verzweiflung Leute ‘viele Male’ schreiben. Ich finde, die Reformschreibung hat nicht viel Gutes zu verbuchen. Ich habe früher viel ruhiger falsch geschrieben, und für die vielen doppelten ‘s’ müssten die Macher der Reform allesamt zu Handschrift lebenslang verurteilt werden. Aber ich komme vom Thema ab. Und der Tag hat wiedermal nur vierundzwanzig Stunden…
24. Oktober 2007, 21:51



