22.
Januar
2013
Design-Stöpsel
Auch “Hartware”-Designer stehen allzu gerne auf der Leitung.
Für den MP3-Player gibt es die tollsten Ohrstöpsel – deren einige sogar prima in den Gehörgang passen.
Ein netter Abendspaziergang, die Gedanken werden frei und freier, schließlich auch der Kopf. Vielleicht jetzt ein bisschen Musik in den Ohren, ja, das wäre perfekt. Der MP3-Player ist zur Hand, die Ohrstöpsel sind es auch, nun nur noch den rechten Ohrstöpsel ins rechte, den linken ins linke Ohr… hmm, die Ohren sollten sich finden lassen, aber welcher Stöpsel ist der rechte?
Im Normalfall gleichen sich die Ohrstöpsel für Rechts und Links wie ein Ei dem anderen, von zwei winzigen Buchstaben R und L abgesehen, die jedem Lesebrillenträger die Tränen in die Augen treiben. Mit etwas Glück hilft das funzelige Display-Licht des MP3-Players weiter. Oder es ist nicht das erste Mal, und man hat schon einen Knoten im rechten Kabel, der sich ertasten lässt.
Fast jede Computer-Tastatur hat kleine Markierungen bei F und J, damit man diese Tasten nicht mit den Augen suchen muss. Warum geht das nicht auch bei den Ohrstöpseln? Die müssten nichtmal verschieden sein, ein winziger Knubbel direkt beim Übergang zum Kabel würde schon genügen. Aber darauf werden wir noch lange warten…
22. Januar 2013, 18:50
21.
Januar
2013
Design?
Über die Jahre bin ich müde geworden. Die alltäglichen Design-Katastrophen nehme ich beinahe mit Gleichmut hin. Analyse? Perfektionismus gar? Die Nadel im Heuhaufen ist leichter zu finden. Unkraut vergeht nicht, und die unbegreiflichsten Design-Fehler sind am beständigsten.
Man starte ein Programm, von dem man weiß, dass es eine Weile brauchen wird, ehe es verwendbar ist. Man darf sich sicher sein, dass beinahe alle Programmierer dieser Welt davon ausgehen, dass man nun nichts anderes mehr vorhat, als ihrem Programm beim Starten zuzusehen.
Wenn man stattdessen – natürlich aus purer Ignoranz – ein anderes Programm verwendet, um die Wartezeit beispielsweise mit ein paar Notizen auszufüllen… kracht einem das Fenster des zuvor gestarteten Programmes unter Garantie im hässlichsten Moment dazwischen.
Weder Windows noch einer der vielen Linux-Fenster-“Manager” scheren sich darum, in welcher Reihenfolge sich öffnende Programmfenster angezeigt werden sollten. Und das Ego der meisten Programmierer kennt ohnehin keine Gnade; ein sich gerade öffnendes Programmfenster gehört ganz nach oben, natürlich.
21. Januar 2013, 20:33
11.
Januar
2013
Nachsatz zum Vorsatz
Um den Jahreswechsel bekommt der Vorsatz für eine kurze Weile so einen penetrant positiven Anstrich. Allenthalben werden Vorsätze gefasst, die in Wahrheit den Rahmen des Möglichen sprengen. Zuweilen muss man darin schon Vorsatz vermuten. Im Rest des Jahres steht der Vorsatz denn auch eher für die böse Absicht. Drum erspare ich mir das und sehe ob dieser Aussicht aus Einsicht ab von der Absicht, Vorsätze umzusetzen.
11. Januar 2013, 07:18
24.
Dezember
2012
Almost half a year, again
And almost half a year has passed
The time flyed by, has gone so fast
All summer dreams are lost in haze
But eagerly my eyes I raise
Because my stubborn hope dies last
That so much time again has passed
What fulfilled, but so strangely fast
It comes from that, I know it well
Inside of hamster wheels I dwell
But I look grateful to the past
This almost half a year, that passed
Enriched me by a music blast
And so much bliss that I was given
The life is short, that’s why I’m driven
To seize the time that it will last
24. Dezember 2012, 10:43
15.
Juli
2012
Meldegesetz - genervt.
Das derzeit vieldiskutierte Meldegesetz hat einen Namen, der mit nur einem Vokal auskommt, dem ‘e’. Sowas fällt mir unsinnigerweise fast immer auf. Ich würde diese Macke gerne los, dito die Macher des Meldegesetzes.
Die Freizügigkeit des neuen Meldegesetzes Adresshändlern und Versendern von Werbemüll gegenüber ist ekelhaft, aus meiner Sicht aber leider das kleinere Ärgernis. Zumal das Gesetz in der jüngst vom Bundestag durchgewinkten Form, last not least nach der öffentlichen Debatte, wohl kaum den Bundesrat passieren wird. Der Kollateralschaden fällt beträchtlich größer aus: die Verdrossenheit Politikern gegenüber wächst.
Wieder einmal tun sich einzelne Politiker mit wenig durchdachten und widersprüchlichen Äußerungen hervor, allen voran ein Herr Uhl.
Sah es für mich bis vor kurzem noch danach aus, als sei der Entwurf zum neuen Meldegesetz erst kurz vor der Abstimmung im Bundestag Ende Juni geändert worden, so lese ich nun bei heise, dass auf Regierungsseite die Änderungen bereits Ende April in den Köpfen gewesen sein müssen; ein Herr Helmut Brandt zitierte in einer Lesung des damals offiziell vorliegenden Entwurfs einen Absatz, der erst viel später mit den heute kritisierten Änderungen des Gesetzentwurfs offiziell werden würde (die Ehre, darauf aufmerksam geworden zu sein, gebührt offenbar dem Spiegel).
Bei allem Lug und Trug hinter den Kulissen unserer Demokratie ist aber schon einige Transparenz eingezogen, nachlesen kann man vieles, auch wenn diesen Job eigentlich unsere gewählten Parlamentarier machen sollten:
- Die Äußerungen Helmut Brandts finden sich im Plenarprotokoll 17/175, auf der Seite mit der Nummer 20782, um den Spaltenwechsel herum.
- Der damals besprochene und vorliegende Entwurf des Meldegesetzes findet sich in Drucksache 17/7746 wieder, man vergleiche den Paragraphen §44 dort mit Herrn Brandts Rede und mit der aktuellen Fassung.
- Die Änderungen der vom Bundestag durchgewinkten Fassung, speziell zu §44, findet man als Drucksache 17/10158.
Ursprünglich hieß es (§44 Abs. 2):
“die Auskunft verlangende Person oder Stelle erklärt, die Daten nicht zu verwenden für Zwecke
a) der Werbung oder
b) des Adresshandels,
es sei denn die betroffene Person hat in die Übermittlung für jeweils diesen Zweck eingewilligt.”
Neue Fassung des Schluss-Satzes:
“im Falle einer Angabe gemäß Absatz 1 Satz 2 die betroffene Person der Übermittlung für jeweils diesen Zweck nicht widersprochen hat.”
Wir alle und Oma Krause sollen also widersprechen müssen, anstatt ausdrücklich zuzustimmen. Das ist für manchen eine psychologische Schwelle. Aber wer die zu nehmen weiß, dem nützt das auch nix, denn ausdrücklich heißt es im angefügten Absatz 4 des Paragraphen §44:
“(4) Es ist verboten, Daten aus einer Melderegisterauskunft zu Zwecken der Werbung oder des Adresshandels zu verwenden,
1. ohne dass ein solcher Zweck gemäß Absatz 1 Satz 2 bei der Anfrage angegeben wurde oder
2. wenn die betroffene Person gegen die Übermittlung für jeweils diesen Zweck Widerspruch eingelegt hat.
Dies gilt nicht, wenn die Daten ausschließlich zur Bestätigung oder Berichtigung bereits vorhandener Daten verwendet werden.”
Wenn also ein Adresshändler in Zukunft seine Daten gerne verifizieren lassen möchte: kein Widerspruch möglich, es steht ihm frei. Egal, wie die Daten zustande gekommen sind. Und wie weit “Berichtigung” zu fassen ist, das steht noch abzuwarten, auch wenn Herr Uhl auf seiner Website bereits betont hat, dass ein “Umzug innerhalb der Gemeinde oder in eine andere Gemeinde […] nicht unter ‘Berichtigung’ gefasst werden” könne. Kleinere Fehler wie “Zahlendreher in der Hausnummer” oder “offensichtliche Schreibfehler im Straßennamen” aber schon. Abgesehen davon, dass ich solche kleinen Fehler gelegentlich einsetze um zu erahnen, wer meine Adresse an wen weitergibt, es bleibt abzuwarten, ob diese Auslegung Herrn Uhls wetterfest ist. Und ohne den werbelobbyfreundlichen Absatz 4 gäbe es dieses Auslegungsproblem überhaupt nicht.
15. Juli 2012, 18:58



