12.
Juli
2012
Moment mal...
Im Moment gefangen, zwischen allen Stühlen der Vergangenheit und Zukunft – frei? Frei drehend, in Rotation des Hamsterrades? Ein Augenblick nur, offenen Auges wird der Moment zu dem Moment, in dem sich das Moment entfaltet. Die wunderbare Ewigkeit des Augenblicks lässt mich lebendig fühlen.
12. Juli 2012, 23:48
14.
März
2012
Kunst der Beschränkung
Bin vor Tagen über Professor Moriarty gestolpert, respektive über eine Meldung zu seinem Perlenspiel, und nachdem die Assoziationsgewitter in Richtung Sherlock Holmes und Hermann Hesses Glasperlenspiel sich verzogen hatten und einige der aus jenem Projekt geborenen Spielideen ausprobiert waren, mit durchwachsenem Befund, blieb dieses an- und zumutende Orson-Welles-Zitat hängen:
“Der Feind der Kunst ist die Abwesenheit von Beschränkungen.”
Und ich beginne zu graben, wo und wann, in welchem Kontext Welles diesen Satz geäußert hat. Dass Beschränkung eine Kunst ist und der Kunst Beschränkung zumindest zuträglich, ist kein bahnbrechend neuer Gedanke. Aber das Zitat stammt von dem Menschen, der mit einem Hörspiel nach H.G. Wells’ Krieg der Welten jene legendäre Massenpanik auslöste, die wahrscheinlich nur Legende war, von ihm selbst forciert…
Und bevor ich weiter darüber grübele, warum Zitate mir überhaupt etwas bedeuten und ob von ihnen eine erklärbare Faszination ausgeht, oder ob sie als bloße Legitimationskrücken eigener Gedanken missbraucht werden, suche ich dieses Zitat eigenhändig aus seinem Zusammenhang zu reißen (gibt es dazu nicht auch ein geläufiges Zitat?) und suche nach der Quelle. Immerhin ist sie vage auszumachen, Dank Google Books und einem Verlag, der begriffen hat, dass man Bücher am besten verkauft, wenn man probelesen lässt, in Jason E. Squires The movie business book findet man auf Seite 54: Orson Welles once said to me at lunch, “The enemy of art is the absence of limitations.” Wow. Was für ein langes Leben so ein Mittagessen-Ausspruch entwickeln kann…
Da die Kunst der Beschränkung nicht eben zu meinen Fertigkeiten zählt, breche ich hier wenigstens ab, anstatt endlich über das Thema zu reflektieren, das mich an dieser ganzen Sache am meisten interessiert: Wie vielfältig Kunst und Beschränkung miteinander verwoben sind.
14. März 2012, 21:27
29.
Februar
2012
Patent - der verkannte Patient
Das Patentsystem ist krank. Und wer es heilen will, sollte das Problem nicht vorschnell auf die so offensichtlich problematischen Softwarepatente reduzieren. Der zwischen den Smartphone-Herstellern tobende Patentkrieg scheint aber als Augenöffner noch nicht zu genügen, und auch die Folgekosten des täglichen Durchwinkens weltweit hunderter Patente haben nicht zu nennenswerten Bewegungen im Patentrecht geführt. Es ist ja auch nur die Allgemeinheit, die diesen Aufwand permanenter Blockaden, die unsinnigen Gerichtskosten und aus Gierde überzogene Lizenzgebühren letztlich zu tragen hat.
Jüngst hat auch Google nachgelegt: Kontinuierliche Gesten wollen sie patentieren lassen. Man wische ein bedeutungsträchtiges Symbol und kreise vor- oder nachher einen zu behandelnden Bereich ein – Löschen, Kopieren, Notiz anheften, was auch immer. Nette Idee, aber ein Patent wert? Sie werden wohl eines erteilt bekommen, alles andere wäre gegen den Trend. Doch wo bleibt die Schöpfungshöhe bei Ideen, die jeder halbwegs denk- und analysefähige Mensch in ein paar ruhigen Minuten entwickeln kann? Ideen, die unausweichbar in der Luft liegen?
Ich liege wach, und die Gedanken kreisen um die Vorstellung einer Gruselwelt voll patentumschiffender Konstruktionen. Vielleicht gibt es nur einen Ausweg – all derart “Ideen” öffentlich zu benennen, damit sie weg sind vom Esstisch der kreativitätsfernen Patentverwalterseelen.
Seis drum, nach fünf Minuten an-die-Decke-starren (falls wir Glück haben, ist das eine oder andere noch nicht patentiert):
- Wegwisch-Geste – mit größerer Auflagefläche (Handkante oder Handballen), alternativ durch schnelle Zickzack-Bewegung wird “weggewischt”, wie an einer guten, alten Tafelkreidetafel.
- Trommelgeste – mit einem oder mehreren Fingern einen Rhythmus aufs Display zu trommeln könnte zum Entperren des Displays führen – zugegeben, sehr niedrigschwellige Absicherung. Ebenso denkbar als Schnellzugriff auf ausgewählte Funktionen. Der bereits gewohnte Einfach- und Doppel-Tip bzw. -Klick wäre nur ein winziges Element dieses Ausdrucksraumes.
- Gebärdengeste – aus den wunderbaren Gebärden der Gehörlosen ließe sich vielleicht ein Pool von Gesten entwickeln, die einerseits für den Touchscreen geeignet sind und andererseits der echten Gebärdensprache nahe genug, um von dieser ausgehend leicht erlernbar zu sein.
- Textmarkierung (optional automatisch wortweise) durch lineares Darüberstreichen. Jedes weitere Darüberstreichen markiert eine weitere Wortsequenz, sobald Markierungen existieren, könnten in diesem Kontext (in Form von Buttons) anzuwendende Aktionen angeboten werden.
- Daumen der haltenden Hand auf eine Seite des Tablett-Computers, mit den Fingern der anderen Hand wie gewohnt via Wisch-Geste Blättern – anschließendes Wippen des Tablett-Computers blättert zurück zur mit dem Daumen “fixierten” Seite.
- Gruppierte Fingerkuppen mit besonderer Bedeutung versehen – bspw. würde ein ein Finger auf ein Objekt zeigen, um (wie schon üblich) ein kontextbezogenes Aktionsangebot zu bekommen, aber zwei Finger lieferten Hilfe, drei Fingerkuppen könnten das Objekt in die Zwischenablage kopieren.
- Einfügen/Kopieren-Geste: Ein Finger zeigt auf ein Objekt bzw. eine Stelle, der Daumen bewegt sich auf diesen Finger zu (Einfügen aus der Zwischenablage) oder von diesem Finger weg (Kopieren in die Zwischenablage).
usw. usf.
…
29. Februar 2012, 07:01
28.
Februar
2012
Traumkinder
Lasst Euren Kindern ihre vielen Träume;
Ihr könnt nicht wissen, wie real sie sind.
Und definiert nicht aller Wege Säume,
denn sonst erlischt im Mensch das Kind.
28. Februar 2012, 07:15
24.
November
2011
EU, und noch kein Ende...
Der Zeichen und Wunder kein Ende: Europäischer Gerichtshof gegen zentrales Filter- und Sperrsystem.
Und ich lese in oben verlinkter Meldung bei Heise abschließend: “Darüber befürchtet der EuGH, dass das Filtersystem auch zur Sperre von zulässigen Inhalten beitragen könnte.” Und ich füge hinzu, sich missbrauchen ließe zur Sperre von jedweden Informationen, wie strittig oder unstrittig ihre Zulässigkeit auch immer sei. Mit Blick die stümperhafte Stoppschild-Idee würden derartige Filtermechanismen einen Durchbruch bedeuten. Und den Untergang nicht nur des Internet, wie wir es kennen.
Zu viele Politiker sind noch immer auf dem Trip, Eisbergspitzen unsichtbar machen zu wollen und meinen zudem, versehentlich mitbetroffene Inselchen mit verschneiter Bergspitze und ob weißer Takelage weggefilterte Segelschiffe müssten als Kollateralschaden akzeptiert werden. Und im übrigen, wer sich nichts zuschulden kommen ließe… Und überhaupt, man solle doch bitte nicht immer so misstrauisch sein den zuverlässig regierenden Sicherheitsbeamten gegenüber.
Anstatt anstehende Probleme an der Wurzel anzupacken: internationale Kriminalitätsbekämpfung voranzubringen sowie Copyright und Patentrecht endlich wieder Ihrer ursprünglich intendierten Wirkung zuzuführen.
Nein, am Ende ist die EU wahrlich nicht, solange sie noch solche Meldungen zu produzieren vermag, habe ich Hoffnung.
24. November 2011, 21:40



