Leonardos Fahrrad? jörns notizen

22.
September
2011

staunen

der hände innenflächen beinah striffen
und augenblicks von ahnungen entführt
so nah und fern und fassungslos berührt
bleibt der moment verweht und unbegriffen

ein blick zurück in das gedankenraunen
versunken irrt in unsichtbare fernen
gewoben ins vielleicht griff nach den sternen
benommen noch gefunden halt im staunen

22. September 2011, 21:34

14.
September
2011

Ambivalenzien

Ambivalenzien

Aufbruch nach Ambivalenzien, dem Land der doppelten Böden. Morastgewordene Muttererde brachliegend hier, betonkopfge­zeugte, morsche Kruste dort. Darauf die mausgrauen Monumente totgeborener Zukunft, berstend über trümmerreichen Untiefen zertretener Vergangenheit. Inmitten rostig-trostlosen Zerfalls zartbittre Sprossen doppelbödigen Humors, mehr unter- denn hintergründig; noch flutet fetter Sumpfdotterblumen dralles Gelb jeden Riss im alten Beton, noch künden Leuchttürme hölzernen Blendwerks vom Marsch auf den ausgetretenen Fehlerpfaden der Vorangestolperten. Statt Wandel noch Wandeln nur, durchs Legoland zerbröselnder Träume, Blaupause der simplen Gemüter neuer, alter Apparatschiki, Stilblüten hegend. Die Hochzeiten alter Blüte leben fort an glücklicheren Orten, wann fortan wieder hier, inmitten neugeborener Lebenslust? Ohne Saat nimmer, ob auch manche Saat verdorrt – nicht ohne Aufbruch nach und in Ambivalenzien…

Ambivalenzien

Ambivalenzien

Ambivalenzien

14. September 2011, 21:19

27.
Juli
2011

Vorratsdaten...

Weil der Ruf nach Vorratsdatenspeicherung wieder einmal besonders laut geäußert wird, sei an das mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Projekt der ZEIT erinnert, Verräterisches Handy.

Wie angreifbar zentral gehäufte Daten sind, das war in den vergangenen Monaten mit großer Regelmäßigkeit zu erleben. Die Daten der Vorratsdatenspeicherung sind eine Goldgrube für die organisierte Kriminalität.

Der einfache Ausweg: Datenvermeidung. Endlich die immer aufs Neue aufgewärmte, unsägliche Vorratsdatenspeicherung ent­sorgen.

So wiedererkennbar wir uns längst gemacht haben im Internet (siehe Identifikationismus, der Test der EFF funktioniert noch), das obliegt der Entscheidung jedes Einzelnen.

Wo ist die Grenze? Was kommt nach der Vorrats­daten­speicherung auch unserer Internet-Verbindungen? Natürlich, die automatisierte Risikobewertung der Inhalte. Da kann ich mal nur hoffen, dass die Programmierer solcher Mechanismen cleverer sind als bisherige Software- und Sicherheits-“Experten” in öffentlichen Diensten. Oder lieber doch nicht? Denn Gnade dem, der bei geringer Fehlerquote unschuldig in die Mühlen gerät, das kann schon bei klassischer Rechtsprechung mit ihrer “umständlichen” Wahrheitssuche gewaltig ins Auge gehen, was erst, wenn einem so ein Bewertungssystem einen Risiko-Stempel verpasst?

27. Juli 2011, 22:42

25.
Juli
2011

Wider die politische Brille...

Es ist schon eine Weile her, da hörte ich wen in der TV-Abteilung zwischen all den Flachbildschirmen mit ihren noch flacheren Inhalten (dafür aber manche in 3D), nach einer dritten 3D-Polarisationsbrille fragen, aber das Wort war falsch verdrahtet. Politische Brillen hatten sie nicht.

Jener Typ Brille ist mir wieder eingefallen, als ich gestern diese Sätze las:

Ein Dichter kann nicht dichten, wenn er nicht liebt. Ein Politiker kann vermutlich auch ohne Liebe Politik machen, aber es ist dann wahrscheinlich schlechte Politik.

Und, nach der Lektüre des Doktor Faustus von Thomas Mann… Danach hatte ich das Gefühl: Wenn ich nicht politisch tätig werde, sondern die Entwicklung nur intellektuell begleite und für mich kommentiere, dann gerate ich vielleicht auch in einen abgrundtiefen, zerstörerischen Zynismus.

Sagt Sara Wagenknecht. Man kann von Menschen halten, was man will – aber zuweilen sollte man die politische Brille weit weglegen und offen sein für den Gedanken, dass Parteien und politische Ausrichtungen nicht notwendig ein geeignetes Kriterium für Wertschätzung sind.

25. Juli 2011, 07:53

23.
Juli
2011

Leben lieben

Ist leben noch symmetrisch, ruhend in sich, und dazu ein Palindrom, von beiden Seiten deutbar, so wird dies alles aufgebrochen von der Liebe, sie bringt den Trott des Lebens aus dem Lot mit einem kleinen ‘i’. Ein harmlos wirkender Strich mit Punkt wird zum i-Tüpfelchen des Lebens. Zu lieben macht verrückt, verrückt das Leben, lässt es zu etwas vollkommen anderem werden, beinahe vollkommen. Es sind die kleinen Dinge mit Köpfchen, die uns das Leben lieben lassen.

23. Juli 2011, 11:27

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